Exklusivinterview

Zum Abschluss haben wir uns für unsere Leser und Leserinnen, etwas ganz besonderes aufgehoben. Seit einigen Tagen, haben unsere Reporter, ein Exklusivinterview mit Björn-Ole Bast auf ihrem Schreibtisch liegen. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, um dieses zu veröffentlichen.

DCN: Wie war das für sie Herr Bast, als sie im Camphill Village Copake ankamen?
BOB: Alles war neu und man war so aufgeregt, dass man die Nächte vor der Anreise bereits nicht schlafen konnte. Doch dann kam man an und wurde trotz späterer Meinungsverschiedenheiten mit seinen Hauseltern, herzlich empfangen. Alle Ängste und Sorgen ließ man ab diesem Punkt vorerst hinter sich.

DCN: Nachdem sie ins Kaspar House umgezogen sind, was hat sich geändert?
BOB: Einfach alles; alles passte perfekt, alle Menschen, die mich in diesem Haus umgeben haben, sind so nett und haben mich mit offenen Armen empfangen. Es gab keinerlei Einschränkungen in der Lebensqualität mehr und immer neue Herausforderungen.

DCN: Was für Herausforderungen waren das?
BOB: Es ging los mit persönlicher Pflege, wie Toilettengänge mit Villagern bis hin zum Geben einer Dusche. Vor meiner Anreise wollte ich nicht in ein care-house, da mir all diese Art von Pflege zu intim und ekelhaft war. Doch sobald ich damit konfrontiert wurde, war es kein Problem mehr!

DCN: Was hat Ihnen am besten im Village gefallen?
BOB: Wie sich einem gegenüber die Villager verhalten haben und wie man immer mehr Herzen erobern konnte. Und all das mit den kleinsten Dingen. Zudem waren all unsere Wochenendtrips ein Erlebnis für sich. Den Osten der USA sowie Kanadas mit neuen sehr guten Freunden zu erkunden ist ein Erlebnis für sich. Allerdings ist das noch nicht alles, wenn man nun die Workshops auch noch mit einbezieht, hatte ich am meisten Spaß bei allen hotelfachbezogenen Themen. Sei es das Schlachten einer Kuh, vieler Hühner, die Käseherstellung von Hand oder das Kochen von Ahornsirup. Ich habe dabei so viel Neues lernen können. Und nicht zu vergessen das Schneeschieben mit „meinem“ Plowtruck.

DCN: Nun ist ein Jahr vorüber, hat sich für sie irgendetwas verändert?
BOB: Ich fühle mich viel reifer als zuvor und bin ein großes Stück selbständiger geworden. Ich habe großartige Menschen kennen gelernt und viele neue Freunde gewonnen; von anderen Coworkern, über Hauseltern bis hin zu Villagern.

DCN: Würden sie sich wieder für den Anderen Dienst im Ausland entscheiden und diesem im Camphill Village Copake ableisten?
BOB: Zunächst einmal würde ich es nicht ableisten nenne. Ich würde sagen, die Möglichkeit wahrnehmen den Zivildienst in Form eines ADiA durchführen zu dürfen. Und ja ich würde mich jederzeit wieder dazu entschließen, gerade nun, wo das Jahr so schnell und langsam zugleich verging. Es ist fantastisch, dass die Bundesregierung einem die Möglichkeit gibt auf diese Weise seine Pflicht zu erfüllen. Ein Lob an unsere Damen und Herren Politiker.

DCN: Haben sie irgendwelche Tipps für eventuelle Nachfolger von Ihnen?
BOB: Ohja, doch die meisten möchte ich hier nicht erwähnen. Ich kann nur so viel sagen; lasst euch nicht unterkriegen, nehmt euch eine Auszeit, wenn ihr sie braucht und haltet als Young-Coworker immer zusammen, dann kann euch so gut wie keiner etwas.

DCN: Wie fühlen sie sich nun so kurz vor Ihrem Rückflug?
BOB: Ich habe gemischte Gefühle. Einerseits freue ich mich auf die Heimkehr zu meiner Familie und all meinen Freunden, sowie auf alles was nun in Hinsicht der beruflichen Zukunft kommt. Andererseits lässt man auch eine Menge neuer Freunde zurück und fragt sich wie deren Leben wohl weitergeht. Doch muss ich ehrlich sagen, bin ich nun dazu bereit, die Rückreise anzutreten.

DCN: Was sind Ihre Pläne für Ihre berufliche Zukunft?
BOB: Ich werde wohl sehr wahrscheinlich wieder ins Hotelfach zurückkehren, um so vielen Menschen (Gästen), durch meine Dienstleistungen, ihren Aufenthalt so schön wie irgend möglich zu machen.

DCN: Liegt Ihnen noch irgendetwas auf dem Herzen, dass sie loswerden möchten?
BOB: Ohja, ich möchte mich bei jedem im Village von ganzem Herzen, für eines der besten Jahre in meinem bisher verlebten Leben bedanken. Mein ganz besonderer Dank gilt Ben, Ted, Robin, Susan, Lea und Katarina. Passt alle auf euch auf. Wir dürfen uns nicht aus den Augen verlieren.

~ von bobast - Juli 29, 2009.

Eine Antwort to “Exklusivinterview”

  1. Hallo DCN -,
    vielen Dank für diese Reportage der besondern Art.
    Ich bin sehr erfreut und überrascht dies alles zu hören und zu lesen. Kein verlorenes Jahr , nein -, ein gewonnenes Jahr.
    Schön das Du uns Deinen Blickwinkel gewährts.
    Bin mal gespannt wieviele Eindrücke wir noch erfahren dürfen.
    Auch vielen Dank an das Kaspar House , welches Dich als Familie aufgenommen hatte. Ich bin sicher Dich wird diese Lebenserfahrung ein riesiges Stück in Deinem weiteren Leben tragen.
    Thank you soo much and good luck for the future.

    Dadday

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